Länder
AMICA e.V. arbeitet derzeit in fünf Regionen, die in der jüngsten Vergangenheit von Kriegen und schweren Krisen erschüttert wurden und seit langem nicht zur Ruhe kommen.
Das Engagement begann 1993 in Tuzla. Dort entstand noch während des Bosnienkriegs ein Modellprojekt für psychosoziale Arbeit in Kriegs- und Krisensituationen, das zu einem Zentrum für Flüchtlingen ausgebaut wurde. Bis heute engagiert sich AMICA in dem Land und befasst sich mit den langwierigen Folgen der Kriegsverbrechen, die während des Konflikts (1992 - 1995) verübt wurden. 2006 gründeten ehemalige AMICA-Mitarbeiterinnen in Tuzla die Organisation Prijateljice, die langjährigste "Freundin" von AMICA. Seit 2003 kooperiert AMICA auch mit der Frauenorganisation Udruzene Zene in Banka Luka. Teilhabe, Gleichstellung und Stärkung von Frauen sind nur einige der Themen, mit denen wir uns jeden Tag befassen.
Als 1999 die ersten kosovarischen Flüchtlinge in Mazedonien eintrafen, leistete AMICA in einem Flüchtlingslager nahe der Grenze und in der Stadt Gostivar humanitäre Hilfe und bot psychosoziale Betreuung an. Mit der Rückkehr der Flüchtlinge im Sommer 1999 richteten Mitarbeiterinnen in der Stadt Orahovac/ Rahovec, Kosovo eine Anlaufstelle für zurückgekehrte Frauen und Kinder ein. In dem Zentrum gibt es auch eine Einrichtung für Kinder mit Behinderungen. 2002 fand das erste mulitethnische Jugendcamp in Montenegro statt, die heute von Youth for Tomorrow veranstaltet werden. Die Partnerorganization Dora Dorës in Prizren, Kosovo setzt sich für Frauenrechte ein, unterstützt alleinerziehende Mütter - die meisten von ihnen sind Kriegswitwen - und bekämpft Gewalt gegen Frauen.
Im Sommer 2004 vereinbarten AMICA e.V. und das Frauenkomitee der palästinensischen Organisation Ibdaa eine Kooperation. Am Beginn der Zusammenarbeit stand der Bau eines zweistöckigen Frauenzentrums im Flüchtlingslager Dheisheh nahe Bethlehem. Seit 2005 bieten die Sozialarbeiterinnen dort Beratungen an, leiten Selbsthilfegruppen und veranstalten Workshops und Seminare zu Themen wie Frauenrechte, Mentale Gesundheit und Gewalt gegen Frauen. Im April 2013 fand das Team bei der Organisation Wings of Hope for Trauma in Bethlehem ein neues Zuhause.
2004 begann ebenfalls die Kooperation mit dem Frauenzentrum Zhenshchiny za razvitie in Tschetschenien. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind psychosoziale Hilfe, medizinische Behandlung und Beratung, Rechtsberatung sowie Weiterbildung und Einkommen schaffende Maßnahmen für Frauen. Heute suchen Mitarbeiterinnen regelmäßig Schulen und Dörfer außerhalb Groznys auf. Zusammen mit der zweiten Partner-Organisation Sintem engagieren sich Libkan Bazaeva und ihr Team im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen.
Als sich 2011 die Nachricht von der Revolution in Libyen verbreitete, suchte AMICA Kontakt zu Personen vor Ort, die sich für die Opfer des Bürgerkriegs einsetzen. 2012 begann die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerinnen zum Aufbau nachhaltiger Unterstützungsstrukturen und zur Stärkung von Frauenrechten und der Zivilgesellschaft im Land.
