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Mentale Gesundheit

Tief sitzen die Schrecken über die traumatischen Ereignisse, die viele Frauen in Grozny während zweier Kriege erleiden mussten – zu tief, um die Belastungen ohne professionelle Hilfe zu bewältigen. Zugleich ging viel Wissen über mentale Gesundheit und Vorsorge verloren. Die starken Tabus innerhalb der tschetschenischen Gesellschaft erzeugen oft Unsicherheit und verhindern, dass die Frauen sich informieren und fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen. Besonders schwierig ist die Lage in den ländlichen Gebieten. Unsere Partnerorganisation bietet daher ein umfassendes Beratungsangebot an und klärt auch in Dörfern im Umland von Grosny auf.

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Bücher für Schülerinnen und Schüler im Kaukasus

Warum wir uns einsetzen – Last des Alltags, Last der Erinnerungen

Gewalterfahrungen, Flucht und Vertreibung, der Verlust von Familienangehörigen und dazu die beengte und höchst ungewisse Situation in den Flüchtlingsunterkünften rauben vielen Menschen in Tschetschenien die innere Sicherheit. Hinzu kommen die schwierige politische Lage in der russischen Teilrepublik. Der gesellschaftliche Druck auf die Frauen wächst, sie sollen wieder in traditionelle Rollen zurückgedrängt werden. Infolge des Krieges und der Zerstörung der sozialen Ordnung setzten sich zunehmend patriarchale Wertvorstellungen durch. Psychosomatische Leiden bleiben oft unerkannt und unbehandelt, bis die Frauen unter der Last des Alltags und ihrer Erinnerungen zusammenbrechen.

Was wir tun – Oasen für Frauen

Die Psychologin unserer Partnerorganisation bietet sowohl Gruppensitzungen wie Einzelgespräche an. Sie berät Frauen und begleitet sie bei der Bewältigung von Ängsten, Depressionen und Stress, die durch die Traumatisierung entstehen. Der Verlust von Angehörigen und die unsichere Zukunft sind ebenso Thema wie häusliche Gewalt und sexuell motivierte Übergriffe, die zahlreiche Frauen erleben.

Zusätzlich zum Therapieangebot sucht die Psychologin regelmäßig Schulen auf und klärt Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitung und Schülerinnen und Schüler über die Zusammenhänge zwischen Psyche und Körper auf. In diesen Gesprächen weist sie auf Anzeichen für eine Traumatisierung und ihre Folgen hin und informiert über mögliche Hilfen.

Außerdem wurde ein kleines Haus in Grosny renoviert. Dort bietet unsere Partnerin Kurse und Workshops an und schafft eine Wohlfühl-Oase und einen Rückzugsort für Frauen.

Was wir erreichen – Bewältigung der Vergangenheit, Vertrauen in die Zukunft

Jahr für Jahr helfen wir Hunderten von Frauen, ihre schwierigen Lebensumstände besser zu bewältigen. Das bedeutet auch eine Entlastung der Angehörigen und des Familienlebens, denn die Frauen tragen immer noch die Hauptverantwortung für das Wohlergehen aller Verwandten. Vor allem aber finden die Betroffenen in der Psychologin und den anderen Teilnehmerinnen Vertraute, die ihnen zuhören, wenn Verzweiflung und Schmerz zu groß werden. Sie stützen sich gegenseitig und stärken sich den Rücken, wenn sonst niemand für sie da ist. Daraus schöpfen viele Frauen Kraft und Hoffnung, auch wenn ihre täglichen Lebensumstände alles andere als hoffnungsvoll sind.

Das Projekt wurde finanziert von Secours Catholique, Brot für die Welt, der Humanitären Hilfe Berlin und durch Spenden an AMICA.

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Bereits 50 € sichern den Rechtsbeistand, 80 € die Weiterbildung und 150 € die psychologische Betreuung für eine Frau im Krisengebiet:

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Hintergrund

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