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Existenzsicherung

AlleinerziehendeverarbeitenPaprika8.JPGNadel und Faden und auch die Tabletten packt Sekina schon mal ein. Die Sachen musste sie kaufen, damit ihre Tochter nach der Operation auch wirklich genäht wird und ohne Schmerzen gesund werden kann. Für viele Wochen hat sie kein Brennholz gekauft und nur Kartoffeln gekocht, um das Geld für die Behandlung ansparen zu können. Auf der Suche nach Arbeit war sie erfolglos, kein Wunder bei der hohen Arbeitslosenquote im Kosovo. Viel hat Sekina einem künftigen Arbeitgeber auch nicht zu bieten: Aufgrund des Krieges musste sie die Schule abbrechen, ihre Kenntnisse im Schreiben und Rechnen sind dürftig. Die Familie konnte sich nur die Ausbildung für die Söhne leisten.

Sekinas Schicksal ist kein Einzelfall. Von der Hand in den Mund leben – das ist in den Regionen, in denen AMICA e.V. arbeitet, wörtlich zu nehmen. Vor allem in ländlichen Gebieten sind viele Menschen Selbstversorger. Sie ernähren sich von dem, was sie auf den Feldern und in den Gärten anbauen. Das bedeutet, dass sie über keinerlei Bargeld verfügen, um die Schule für die Kinder, Fahrtkosten oder eine Behandlung im Krankenhaus zu bezahlen. Ganz abgesehen davon, dass sie die nächstgelegene Stadt nur schwer erreichen, denn die Verkehrswege sind durch den Krieg zerstört.

Ohne ein funktionierendes soziales Netz sind die Menschen in diesen Gegenden ganz auf sich gestellt. Deshalb unterstützt AMICA e.V. Frauen in Nachkriegsgebieten beim Aufbau von Zentren, in denen sie sich austauschen, sich gegenseitig unterstützen und vernetzen können. Angeboten werden Schulungen, Weiterbildung und Maßnahmen zur Existenzsicherung. Das Spektrum reicht von Fortbildungen in Fremdsprachen und am Computer über Näh- und Friseurkurse bis zur Anschaffung von Getreidemühlen oder Gewächshäusern. In einem von der EU finanzierten Projekt schulte AMICA e.V. Frauen im Kosovo in ökologischer Landwirtschaft und Vermarktung. Die Frauen eröffnen sich neue Möglichkeit, selbst für ihr Auskommen zu sorgen. Das erzielte Einkommen hilft vielen Familien unter den äußerst schwierigen Bedingungen in der Nachkriegssituation zurecht zu kommen und trägt auch zur Sicherung eines dauerhaften Friedens bei.

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Bereits 50 € sichern den Rechtsbeistand, 80 € die Weiterbildung und 150 € die psychologische Betreuung für eine Frau im Krisengebiet:

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