seit 2014 im Libanon

Eine Million Geflüchtete aus Syrien sind im Libanon registriert, darunter 80 % Frauen und Kinder, traumatisiert von Krieg und Gewalt. AMICA nahm 2014 Kontakt mit libanesischen Frauenorganisationen auf und gründete mit ihnen ein Beratungszentrum nahe der syrischen Grenze.

Frauen auf der Flucht

Syrische Geflüchtete stärken – Libanesinnen beraten

Seit Beginn des Kriegs in Syrien nehmen die Anrainerstaaten Millionen von Geflüchteten auf. Gemessen an seiner Einwohnerzahl bietet der Libanon weltweit den meisten Menschen Schutz. Jede*r vierte bis fünfte Einwohner*in des Libanon ist aus Syrien geflüchtet, davon sind ca. 75 – 80% Frauen und Kinder. Die Lebensbedingungen sind jedoch katastrophal. Die Geflüchteten werden nicht offiziell anerkannt, sondern nur als “Gäste” geduldet. Viele Menschen sind traumatisiert, es fehlen Versorgungsleistungen jeglicher Art. Besonders Frauen sind einem hohen Risiko ausgesetzt, Gewalt zu erleiden.

» Unser Projekt

Unterstützung für Gastland und Gäste

Die wachsende Zahl der Geflüchteten hat soziale und ökonomische Auswirkungen im Libanon. Es gibt keine offiziellen Flüchtlingslager. Die Menschen übernachten in verfallenen Häusern, leerstehenden Fabrikhallen, in Zelten, die sie notdürftig aus Planen errichtet haben. Der Libanon verleiht ihnen keinen offiziellen Status als Flüchtlinge. Es mangelt an praktisch allem: Strom- und Wasserleitungen fehlen, medizinische Versorgung und soziale Hilfe erreichen die Ärmsten der Armen nicht. Wegen geringer Bildungschancen und mangelnder beruflicher Weiterqualifikation haben sie kaum Aussicht auf Arbeit. In ihren Notunterkünften finden die Menschen weder Schutz vor der Kälte noch vor den zunehmenden Übergriffen. Vor allem Frauen sind sexueller Gewalt ausgesetzt. Durch die verzweifelte Lage nimmt auch die Gewalt innerhalb der Familien zu.

 

Geschützte Räume, gezielte Hilfe

Gemeinsam mit unserer Partnerin vor Ort beraten wir Syrerinnen wie Libanesinnen in einem Zentrum in der Bekaa-Ebene. Wir klären über Gewalt gegen Frauen und über die Rechtslage auf und bieten Therapie-Workshops und Einzelsitzungen an. Außerdem können sich Frauen in Notsituationen über eine Telefon-Hotline beraten lassen. In schwerwiegenden Fällen helfen wir Frauen, einen Platz in einem Schutzhaus zu bekommen. Gleichzeitig bauen wir das bestehende Netzwerk weiter aus und klären die Bevölkerung über die Situation von Frauen aus Syrien und im Libanon auf.

 

Was wir erreichen: weniger Gewalt, mehr Schutz

Wir verringern die Gefahren für Frauen, Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt zu werden, und sorgen dafür, dass sich die Zahl der Übergriffe in den Familien verringert. Gleichzeitig verbessern wir das Beratungsangebot für Syrerinnen und Libanesinnen. Dieses Engagement zeigt bereits Wirkung: Immer mehr Frauen lassen sich im Zentrum in Gesprächsführung und Frauenrechten weiterbilden, um in ihrem persönlichen Umkreis Menschen zu helfen. Im Zentrum unserer Partnerin finden die Klientinnen einen geschützten Raum, in dem sie zur Ruhe kommen können und kompetente Unterstützung erhalten. So schaffen wir eine kleine Insel der Sicherheit.

 


Das Projekt wird durch Spenden an AMICA e.V. ermöglicht und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der GRATIA Stiftung der evangelischen Frauen in Baden finanziert.

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