seit 2011 in Libyen

In zwei Beratungszentren in Tripolis und Bengasi können sich Betroffene Sozialarbeiterinnen und Rechtsanwältinnen anvertrauen, Sitzungen bei Psychologinnen in Anspruch nehmen und sich bei Bedarf an weitere Fachstellen und Kliniken verweisen lassen. Der Schlüssel zum Erfolg: die Verbindung individueller Beratungsleistungen mit beruflicher Aus- und Weiterbildung.

Beratung und Schutzräume

Frieden, Chancen und Sicherheit für Frauen und Mädchen

Gewalt ist für viele Libyerinnen eine alltägliche Erfahrung – auch innerhalb ihrer eigenen Familie. Die Verzweiflung über den anhaltenden Konflikt und die schwindenden Chancen auf Stabilisierung und Frieden verschärfen die Situation zusehends. Gleichzeitig unterliegt das Thema Gewalt starken Tabus. Vor allem Frauen aus bildungsfernen Familien haben kaum die Möglichkeiten, sich über ihre Rechte zu informieren und angemessen Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die instabile Sicherheitslage gefährdet zusehends auch die Zukunftschancen von Frauen und schränkt ihre Möglichkeiten ein, sich selbst für Frieden, Gleichberechtigung und Demokratie einzusetzen – obwohl viele bereits seit der Revolution aktiv und öffentlich für einen gesellschaftlichen Wandel eintreten.

Stärkung von Frauen und gesellschaftlicher Wandel

Seit 2012 unterstützt AMICA e.V. zwei lokale Frauenorganisationen dabei, diese vielen Herausforderungen zu bewältigen und Schutzräume für Frauen und Mädchen aufzubauen. In zwei Beratungszentren in Tripolis und Bengasi können sich Betroffene Sozialarbeiterinnen und Rechtsanwältinnen anvertrauen, Sitzungen bei Psychologinnen in Anspruch nehmen und sich bei Bedarf an weitere Fachstellen und Kliniken verweisen lassen. Der Schlüssel zum Erfolg: die Verbindung individueller Beratungsleistungen mit beruflicher Aus- und Weiterbildung. In den Zentren werden auch innovative Ansätze – z.B. ein Handy-Reparaturkurse für Frauen – umgesetzt und eröffnen neue Perspektiven. Dies trägt zur Akzeptanz der Beratungsstellen in der lokalen Bevölkerung bei, sodass viele Frauen mit Zustimmung ihrer Familien in einer sicheren Umgebung betreut werden können. Gleichzeitig ist ein Bewusstseinswandel in der libyschen Gesellschaft dringend notwendig, um die Tabuisierung von Gewalt gegen Frauen aufzubrechen. Diesen Prozess werden wir durch Sensibilisierungsmaßnahmen und Kampagnen weiterhin anstoßen.

Stabile Partnerinnen und Netzwerke für eine friedliche Zukunft

In Tripolis und Bengasi setzen wir den Ausbau unserer beiden Beratungszentren fort. Mindestens 1.500 Frauen erhalten Zugang zu den Angeboten. Gleichzeitig gehen unsere Partnerinnen aber auch auf Personen in Schlüsselfunktionen zu – etwa Schulsozialarbeiter*innen, Lehrer*innen und medizinisches Personal – und bilden diese in Themenbereichen wie Gewaltprävention, De-Radikalisierung und Stärkung von betroffenen Frauen und Mädchen weiter, sodass sie schließlich eigenständig Aktivitäten durchführen können. Besonders wichtig ist es, unsere Partnerorganisationen in ihrer Entwicklung nachhaltig zu unterstützen, da auch sie unmittelbar unter der schwierigen Lage in Libyen leiden.

 


Das Projekt wird durch Spenden an AMICA e.V. ermöglicht und durch die SKala-Initiative gefördert. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO.

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