AMICA e.V. seit 1993

Die Frauenrechtsorganisation AMICA e.V. entstand in Freiburg 1993 während des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien. Ursprünglich gegründet als humanitäre Hilfsorganisation unterstützt AMICA e.V. heute Frauen und Mädchen in Krisenregionen und Nachkriegsgebieten.

Wie alles begann: humanitäre Hilfe

Als 1992 der Bosnienkrieg begann, löste das eine große Betroffenheit aus. Nach zwei Weltkriegen schien es kaum denkbar, dass in Europa ein weiterer Krieg stattfinden sollte. Im sozio-kulturellen Zentrum Fabrik in Freiburg beschlossen zahlreiche Menschen, nicht tatenlos zuzuschauen, wie ein weiterer geopolitischer Krieg Menschenleben und Existenzen zerstört. Sie sammelten Hilfsgüter, Bekleidung, Lebensmittel und Medikamente, mieteten einen LKW und machten sich auf die gefährliche Reise nach Tuzla, mitten ins Kriegsgebiet. Diesem Transport folgten viele weitere. 1993 gründete die Bürger*inneninitiative den eingetragenen Verein “Hilfe für Menschen im Krieg e.V.” 1994 wird “AMICA” – die Freundin – hinzugefügt.

Unterstützung von Frauen und Mädchen

Es entstanden erste Kontakte in Bosnien, die später zu Freundschaften werden sollten. Aus einzelnen Kontakten wurden feste Kooperationen mit losen Landfrauengrüppchen, Aktivist*innen und Hilfsgemeinschaften vor Ort. Die Menschen dort wussten sehr wohl, was sie brauchten. Allerdings war es fast unmöglich, in den chaotischen Verhältnissen einer verarmten Bevölkerung im Kriegszustand zivilgesellschaftliche Strukturen aufzubauen. So entstand Stück für Stück das Konzept von AMICA: Wir unterstützen Gruppen und Menschen vor Ort dabei, nachhaltige Strukturen aufzubauen, ihre Arbeit zu finanzieren, passende Hilfsangebote zu entwickeln und gemeinsam politisch aktiv zu sein. Bereits 1994 wurde in Kooperation mit AMICA das erste Frauenschutzhaus in Tuzla eröffnet – es besteht bis heute.

Über die Jahre kristallisierte sich heraus, dass Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten angesicht eines Klimas der Gewalt besonders gefährdet sind und dass sie gleichzeitig auch diejenigen sind, die Friedens- und Versöhungsprozesse vor Ort vorantreiben – gerade die Frauen, die von vielen Hilfsorganisationen vergessen werden. So gab sich AMICA den Schwerpunkt, Frauen und Mädchen in Kriegs-, Nachkriegs- und Krisenregionen zu unterstützen.

Transnationale Solidarität von Freiburg aus – bis heute

Mit Hilfe von Spenden und der Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher konnte schließlich ein kleines Büro auf dem Gelände der Fabrik in Freiburg angemietet und dort auch ein Teil der Arbeit lohnbasiert organisiert werden. AMICA bleibt ihrer Herkunft verbunden: Heute haben wir 3 kleine Büroräume im Vorderhaus der Fabrik, in denen wir mit acht Mitarbeiterinnen, engagierten Ehrenamtlichen, Bundesfreiwilligen und Praktikant*innen arbeiten.

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