Rechtshilfe für Frauen

Letzte Woche haben unsere Partnerinnen in Sarajevo ihr Schulungshandbuch zur kostenlosen Rechtshilfe zum ersten Mal Justizbeamten vorgestellt. In diesem ersten Pilotworkshop ging es darum, gewaltbetroffenen Frauen eine effiziente Rechtsberatung anzubieten – und ihnen den Weg zur Gerechtigkeit zu ermöglichen.

30 Jahre nach Kriegsende ist es für Frauen, die im Krieg sexualisierte Gewalt erfahren haben, kaum möglich, vor Gericht auszusagen oder ihr Recht auf Entschädigung einzuklagen. Das Gesetz bietet zwar genügend Mechanismen, aber die Hürden für die Betroffenen sind zu hoch.

Auf dem Papier ist (fast) alles da“, sagt Sandra Takács, AMICA-Referentin. „In der Praxis fehlt es aber an vielen grundlegenden Sachen. Der Zeug*innenschutz in Gerichtsverfahren ist unzureichend, die Prozesskostenhilfe fehlt. Die Anlaufstellen, die Rechtsberatungen anbieten, sind ineffizient und nicht flächendeckend vorhanden, so dass kaum Frauen den Weg bis zum Gerichtshof gehen. Hinzu kommt, dass die Beamten in den Justizbehörden, die Mechanismen, die im Gesetz vorgesehen sind, nicht kennen. Es fehlt massiv an Fachwissen.

Diesen Mangel wollen unsere Partnerinnen mit ihrem Handbuch beheben. Im Rahmen unseres gemeinsamen Projekts werden sie 50 Beamt*innen im Land schulen und ihnen das Fachwissen vermitteln, damit ein adäquater Zeug*innenschutz und eine professionelle Rechtsberatung überall im Land gewährleistet werden. Am Ende der Pilotphase soll das Qualifizierungsprogramm vom Staat weiter finanziert und flächendeckend umgesetzt werden.

Weitere Nachrichten

Newsletter April 26


Aktuell stehen Frauen und Demokratie unter verstärktem Beschuss. Frauen sind auf der Flucht vor sexualisierter Kriegsgewalt und Gräueltaten wie im Sudan. Der politische Diskurs ignoriert die Belange der Frauen, instrumentalisiert sie oder agiert gegen sie. Doch es gibt auch positive Neuigkeiten: z.B. die Workshops für Fachkräfte an den bosnischen Gerichten, um einen sensibleren Umgang mit Zeuginnen in Kriegs­verbrechens­prozessen zu fördern.

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#ZukunftDemokratie


Das Bundesbildungsministerium plant, die Förderung von über 200 Projekten im Programm Demokratie leben! einzustellen. Von den Kürzungen betroffen sind zahlreiche Akteur*innen, die seit Jahren und Jahrzehnten in der Prävention von Rechtsextremismus, der demokratischen Bildungsarbeit und dem Gewaltschutz tätig sind. Unter anderem die Anne Frank Bildungsstätte, die radikalen Töchter oder ein Projekt der Frauenhauskoordinierung e.V.

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Newsletter Feb. 26


Viel Neues in diesem neuen Jahr: In Kairo bauen unsere Partnerinnen die Unterstützung für sudanesische geflüchtete Frauen weiter aus; in Syrien sollen die Rechte der Frauen in den Wiederaufbauprozess eingebunden werden, AMICA ist dabei. Im Mittelmeer unterstützen wir SOS-Humanity bei einem geschlechtsspezifischen und traumasensiblen Betreuungskonzept auf ihrem neuen Rettungsschiff. Mehr in unserem Newsletter!

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