Menschen in der Ukraine brauchen mehr denn je unsere Hilfe!

In der Nacht vom 24. auf den 25. Februar geschieht, was niemals geschehen dürfte: Russische Streitkräfte greifen die Ukraine an. Es geht nicht nur um Gas, es geht in erster Linie um Menschen. Ukrainische Zivilist*innen sind die Hauptleidtragenden dieses Konflikts, der seit acht Jahre andauert und jetzt dramatisch eskaliert ist. Die Menschen in der Ukraine brauchen unsere Hilfe mehr denn je.

 

“Traumatisierungen brechen in dieser Situation auf, viele Frauen erleiden Panikattacken oder Nervenzusammenbrüche. Gleichzeitig sind sie gefordert, sich und ihre Familien zu versorgen und in Sicherheit zu bringen. Wir versuchen zu helfen und zu unterstützen, indem wir Medikamente ausgeben, beraten und sichere Zufluchtsorte zur Verfügung stellen“, so Marina, die Leiterin unserer Partnerorganisation (» Marinas Geschichte können Sie hier lesen)

Seit dem ersten Tag des russischen Angriffskriegs setzen unsere ukrainischen Partnerinnen alles daran, Frauen und Kinder aus Mariupol in Sicherheit zu bringen und vor Gewalt zu schützen. Sie haben Zufluchtsorte geschaffen, an denen die Frauen mit dem Lebensnotwendigen versorgt, medizinisch behandelt und psychologisch betreut werden.

In einem Live-Update am 11.05.2022 berichtet Cornelia Grothe (AMICA Geschäftsführerin) über die Lage vor Ort und erklärt, wie die Arbeit weitergeht – über die Nothilfe hinaus.

Von der Nothilfe zur psychosozialer Unterstützung

In dem Chaos des Krieges und der Flucht mussten sich unsere Partnerinnen neu organisieren und ihren Arbeitsalltag neu gestalten. Nun befinden sie sich an verschiedenen Standorten in der Ukraine und in Polen, sie sind immer unterwegs zwischen Dniepro, Iwano-Frankiwsk und den Orten, an denen ihre Klientinnen leben. Aber sie wissen ganz genau, was zu tun ist und wie sie die Frauen, am besten unterstützen können.

Unsere Partnerinnen haben auch wieder mit Multiplikator*innenschulungen für Polizei, medizinisches Personal und Kommunalverwaltung begonnen. In diesen Schulungen geht es darum, Beamt*innen und medizinische Fachkräfte, die in Kontakt mit gewaltbetroffenen Frauen sind, aufzuklären und einen traumasensiblen Umgang beizubringen. Diese Frage ist umso wichtiger, da immer mehr Berichte über sexualisierte Kriegsgewalt bekannt werden. Auch unsere Partnerinnen sind tagtäglich damit konfrontiert. Bisher haben sie schon 16 Fälle bei der Polizei registriert – die Dunkelziffer liegt aber viel höher, da die meisten Frauen sich nicht trauen oder nicht in der Verfassung sind, offziell auszusagen.

Der Aufbau der zwei neuen Beratungszentren in Dniepro und Iwano-Frankiwsk geht voran. Unsere Partnerinnen haben bereits Räume gefunden. In Iwano-Frankiwsk wird zusätzlich eine Notunterkunft für Frauen, die sich in einer besonders schwierigen Lage befinden, eingerichtet. Vor Ort bieten Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen ihre Hilfe an.

Parallel gehen die Evakuierungen weiter: jede Woche werden ca. 30 Frauen aus Mariupol und Umgebung evakuiert und in Sicherheit gebracht.


Unsere Partnerinnen verteilen Lebensmittel an evakuierte Frauen und Kinder.


Freude und Erleichterung nach einer gelungenen Evakuierung aus Mariupol.


Am ersten Des Angriffskrieg konnten unsere Partnerinnen die ersten Evakuierungen vorbereiten.

Solidarität wird weiter gebraucht

Dass unsere Partnerinnen so schnell und effizient reagieren können, ist nur möglich, weil sie sich über die Jahre als Frauenrechtsorganisation etabliert und vernetzt haben. Herzlichen Dank an alle neuen und langjährigen Spender*innen, die diese Arbeit ermöglicht haben!

Solidarität wird weiter gebraucht. Konflikte und Flucht hinterlassen tiefe Wunden. Aus der Ukraine erreichen uns immer mehr Nachrichten über sexualisierte Gewalttaten – auch unsere Partnerinnen berichten davon. Aus unserer langjährigen Erfahrung in Kriegs- und Krisengebieten wissen wir: Auf die Phase der Nothilfe folgt immer die langwierige Phase der psychosozialen Unterstützung. Besonders Frauen und Kinder, die alles verloren und schlimme Erfahrungen gemacht haben, brauchen ganzheitliche Unterstützung, um wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.

Mit unseren Partnerinnen in der Ukraine, in Bosnien-Herzegowina, in Libyen oder im Libanon arbeiten wir über die Nothilfe hinaus – auch dann, wenn sich die mediale Aufmerksamkeit wieder abwendet. Genau das kennzeichnet die Arbeit von AMICA seit 1993.

DANKE, dass Sie dieses Engagement mit Ihrer Spende ermöglichen! So sieht gelebte Solidarität aus. Spenden Sie mit dem Stichwort „Frauen im Krieg“ und helfen Sie Frauen weltweit!

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Marina ist eine Frau, die nicht tatenlos zuschauen kann. Krieg und Flucht kennt sie aus eigener Erfahrung. Geboren ist sie im Osten der Ukraine – eine Region, die sich seit acht Jahren im Krieg befindet. Vieles musste sie zurücklassen, die Hoffnung aber niemals.

Marinas Geschichte


In der Wochenzeitung Kontext spricht unsere Projektreferentin für die Ukraine Britta Wasserloos über die aktuelle Lage im Osten der Ukraine, die schwierige Nothilfe in Kriegszeiten und das Ziel einer geschlechtergerechten und friedlichen Welt.

Zum Interview


Seit 2014 leben die Menschen im Osten der Ukraine im Krieg. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation bieten wir seit 2018 Frauen, die unter den Folgen traumatischer Gewalterfahrungen leiden, psychosoziale Beratung und Schutzräume an.

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