Wir sind in großer Sorge über die aktuellen Entwicklungen in Rojava und stehen an der Seite unserer Partner*innen in Syrien. Gerade jetzt ist es entscheidend, die Zivilgesellschaft nicht allein zu lassen und Solidarität zu zeigen.
| Ich bin zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Nordosten Syriens. Die Zivilbevölkerung, insbesondere Frauen und Kinder, sind massiv bedroht. Jede militärische Eskalation untergräbt die lokalen Bemühungen um Frieden und Stabilität. Ein nachhaltiger Frieden in Syrien kann ohne eine echte Beteiligung von Frauen nicht erreicht werden. Demokratie sowie Geschlechtergerechtigkeit sind unverzichtbare Grundlagen für eine gerechte und sichere Zukunft für ganz Syrien. Solidarität mit syrischen Frauen heißt: Die internationale Gemeinschaft muss ihrer Verantwortung nachkommen, Zivilistinnen und Zivilisten zu schützen und feministische Initiativen zu unterstützen.” Sabah Alhallak, AMICA-Partnerorganisation „Syrian Women’s League“ |
Was ist passiert?
Die Offensive: Mitte Januar rücken Truppen der islamistischen Übergangsregierung in das autonome Rojava (Nordostsyrien) vor.
Der Waffenstillstand: Das Abkommen von Ende Januar sieht die Eingliederung Rojavas in neue syrische Strukturen vor.
Nach den Massakern an Alawit*innen und Drus*innen im Vorjahr droht ein weiterer massiver Rückschlag für Demokratie und Freiheit.
Besonders besorgniserregend ist die Rückkehr der IS-Ideologie. In den Milizen kämpfen teils dschihadistische Gruppen und freigelassene IS-Kämpfer.
Verheerende Lage für die Zivilbevölkerung
Beobachter*innen berichten von massiver Gewalt und Menschenrechtsverbrechen durch die Regierungstruppen.
Die humanitäre Lage ist verheerend. Tausende Menschen sind auf der Flucht – ohne Wasser, Nahrung, Strom oder medizinische Versorgung.
Für alle Menschen – Kurd*innen, Yesid*innen und andere Minderheiten – bedeutet die Rückkehr der islamistischen Gewalt auch die Rückkehr von Angst und Trauma.
Frauen und Mädchen sind besonders von Gewalt und Unsicherheit betroffen.
For a feminist transitional justice: unser gemeinsames Projekt mit der Syrian Women's League
Um die massiven Menschenrechtsverbrechen unter und nach Assad gesellschaftlich und juristisch aufzuarbeiten, setzen sich unsere Partner*innen der Syrian Women’s League für eine faire, feministische „transitional justice“ (in dt. Vergangenheitsarbeit) in Syrien ein.
Ziel ist es, dass Verbrechen der Vergangenheit nicht ungestraft bleiben und dass die Perspektiven und die Rechte von Frauen einbezogen werden - für ein gerechtes und demokratisches Syrien.
Was wir bewirken wollen:
Aufarbeitung - Empowerment - Vernetzung
Was wir unterstützen:
In Damaskus und Umgebung vernetzt und schult unsere Partnerorganisation SWL
Frauenrechtsaktivist*innen und Jurist*innen zu transitional justice.
AMICA in Syrien
