Newsletter Dez. 25

AMICA in Kürze - Dezember 2025


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Unser Newsletter vom Dezember 2025

Liebe Freund*innen,

eine Umarmung aus der Ukraine für all unsere Unterstützer*innen, Freund*innen und Spender*innen – für ein intensives Jahr mit AMICA, gezeichnet von Solidarität und der notwendigen Verteidigung der Zivilgesellschaft weltweit. Heute möchten wir uns bei euch dafür bedanken, dass ihr unerschütterlich hinter uns steht. DANKE ❤️
 

DANKE für die Frauen und Überlebenden aus Bosnien, der Ukraine, dem Sudan, Syrien, dem Libanon und Libyen. DANKE für die Vertrauensbeweise, den Zusammenhalt und die Gemeinschaft, die uns tagtäglich in unserer Arbeit bestärken. So können wir weitermachen, neue Konzepte und neue Ideen entwickeln.

Auch im nächsten Jahr werden wir mit unseren Partnerorganisationen vor Ort alles tun, um den von sexualisierten Kriegsgewalt betroffenen Frauen zu unterstützen und ihnen eine Perspektive für die Zukunft zu bieten. Wir werden auch unseren Schwerpunkt „Einschränkung der Zivilgesellschaft“ im Auge behalten. Und wir werden unsere Bildungsarbeit zu diesen Themen in Deutschland vertiefen.

Feminismus und Solidarität sind wunderbare Begriffe – sie bleiben unsere Leitlinie. Und wenn ihr im Trubel der Vorweihnachtszeit noch keine Geschenke habt, denkt daran: Spenden statt Geschenke! Jede Spende, ob klein oder groß, trägt dazu bei, ein Projekt zu verwirklichen, wie z.B. das Frauenprojekt, das die Frauenrechtsverteidigerin Sabah Alhallak derzeit im komplexen Kontext Syriens auf die Beine stellt, oder die psychologische Begleitung und das ökonomische Empowerment der Frauen in der Ukraine. Die Ideen (und die Notwendigkeit) gehen nicht aus.

Wir wünschen euch wunderschöne Feiertage sowie einen grandiosen Start ins neue Jahr. Wir freuen uns auf euch!

Solidarische Grüße
Eure AMICA-Team

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UKRAINE

Ein sicherer Ort für Frauen und Mädchen in Zeiten des Krieges

Seit August setzt AMICA gemeinsam mit der Partnerorganisation Space for Positive Change sowie mehreren lokalen Initiativgruppen ein neues Projekt in der Region Dnipropetrowsk Oblast um. Fünf Städte sind beteiligt – und bis März 2026 sollen insgesamt 250 kriegstraumatisierte und von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen erreicht werden.

Der Ansatz ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: Zunächst geht es darum, einen  Ort, an dem Frauen zur Ruhe kommen, sich sicher fühlen, ankommen können. Von dort aus entstehen Schritt für Schritt Gruppenangebote wie Kunst- und Musiktherapie, die den Frauen ermöglichen, sich auszudrücken und miteinander in Verbindung zu treten. Erst wenn Vertrauen gewachsen ist, folgen Einzelgespräche mit Psychologinnen, in denen die Teilnehmerinnen ihre Erlebnisse und Belastungen vertieft bearbeiten können. Die Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen können die Überlebenden auch weiter vermitteln, z.B. wenn sie legalen Beistand bei einer Scheidung benötigen.

Viele der Frauen leben seit Jahren nur wenige Kilometer von der Frontlinie entfernt. Ihr Alltag besteht aus ständigem Alarm, Phasen des Versteckens in Kellern und der allgegenwärtigen Angst vor dem nächsten Beschuss. Andere wiederum sind Binnenflüchtlinge aus verschiedenen Regionen der Ukraine. Sie versuchen, in einer neuen Stadt Fuß zu fassen – ohne soziale Kontakte, oft ohne Arbeit, meist auf sich allein gestellt.

Hinzu kommt die familiäre Belastung: Viele Männer sind im Krieg, sodass Frauen den gesamten Alltag alleine stemmen müssen. Andere Männer kehren zurück – aber mit unbehandelten traumatischen Belastungen, die sich häufig in häuslicher Gewalt äußern. Für viele Frauen ist der wöchentliche Treffpunkt deshalb ein dringend benötigtes Ventil.

Nicht alle Frauen können sich sofort mit Angeboten wie Singen oder Malen identifizieren. Aber sie kommen trotzdem – für den Austausch, für eine Tasse Tee und ein paar Kekse, die dort zur warmen Atmosphäre gehören.

Für viele ist es der einzige Moment in der Woche, an dem jemand für sie sorgt – und nichts von ihnen erwartet.“
Natalia Schaaf, AMICA-Referentin für die Ukraine


Hinter den Treffen steckt weit mehr als psychologische Unterstützung: In einer Gesellschaft, in der Rollenbilder noch traditionell geprägt sind, erleben die Frauen hier oft zum ersten Mal seit Langem einen Raum, in dem sie selbst im Mittelpunkt stehen – nicht ihre Pflichten, nicht ihre Sorgen, nicht die Anforderungen des Alltags.




Wir brauchen einen Generator
Um diesen geschützten Raum weiterhin verlässlich anbieten zu können, möchten wir für eines der Zentren einen Generator kaufen. Wegen des nahen Krieges fällt in der Region der Strom oft über viele Stunden aus – besonders am Abend, wenn die Treffen stattfinden. Für Kunsttherapie im Kerzenlicht reichen die Bedingungen nicht aus, und auch die Sicherheit der Teilnehmerinnen leidet darunter.

Bitte unterstützen Sie uns dabei, diesen wichtigen Ort der Stabilität und Hoffnung aufrechtzuerhalten. Jede Spende hilft.
Vielen Dank!



BOSNIEN UND HERZEGOWINA

Ein Meilenstein für die Zeuginnenbetreuung

In Zusammenarbeit mit AMICA bietet unsere Partnerorganisation FLD Fortbildungen für psychologische Fachkräfte an Gerichtshöfen an. Mit einem neuen Leitfaden erhalten die Psycholog*innen nun ein Werkzeug, das ihnen Orientierung und Sicherheit gibt – und den betroffenen Frauen ein Stück mehr Schutz auf ihrem schweren Weg durch das Justizsystem.

Foto: Alma Taso Deljković, ©Imke Lass
Der Weg in den Gerichtssaal ist für die vielen betroffenen Frauen eine emotionale Zerreißprobe. Sie haben während des Krieges sexualisierte Gewalt erlebt und müssen Jahre später darüber aussagen – manchmal mehrfach und über lange Verfahrenszeiträume hinweg. Jede dieser Aussagen reißt alte Wunden auf. Zwar gibt es an einigen Gerichtshöfen Psycholog*innen, die diese Frauen begleiten, doch ihnen fehlte bisher spezialisierte Weiterbildung für genau diesen sensiblen Bereich.

Gemeinsam mit dem BMZ, der Stiftung Baden-Württemberg und den großzügigen Spender*innen von AMICA konnte unsere Partnerorganisation FLD nun ein wichtiges Projekt umsetzen: Zwei Seminare für Mitarbeiter*innen in der Zeuginnenbetreuung an den bosnischen Gerichten sowie die Entwicklung eines Trainingsleitfadens, der künftig öffentlich zugänglich sein wird. Knapp elf Monate lang wurde daran gearbeitet – recherchiert, verfasst und feinjustiert von den beiden Expertinnen Alma Taso Deljković und Berina Smajić, die ihre langjährige Erfahrung in der psychologischen Begleitung in das Handbuch eingebracht haben. Die Workshops dauern jeweils zwei Tage und werden bis Januar umgesetzt sein. Danach steht das Handbuch auf bosnischer Sprache allen Interessierten sowie anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen als open-source zum Selbststudium zur Verfügung.

Der Leitfaden fasst zusammen, was es braucht, um traumatisierte Frauen im Gerichtsprozess angemessen zu unterstützen. Er beschreibt, wie Re-Traumatisierungen entstehen können, welche körperlichen und psychischen Reaktionen typisch sind, und wie sich Angstzustände durch einfache Techniken wie Atemübungen lindern lassen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, im Gericht einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Aussagen möglich werden, ohne dass Betroffene erneut über ihre Grenzen gehen müssen. Gleichzeitig wird klar aufgezeigt, welche ethischen Leitlinien gelten und wo die professionelle Begleitung zwingend Halt machen muss.

Dieses Handbuch ist ein Meilenstein für die Begleitung am Gericht der schwertraumatisierten Überlebenden des Bosnienskriegs.






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