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Frieden, Chancen und Sicherheit für libysche Frauen und Mädchen

Seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes befindet sich Libyen noch immer in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand. Nichts funktioniert mehr richtig: keine öffentliche Dienste, weder Strom noch Wasser fließen in ausreichendem Maße. Selbst Bargeld ist zu einem raren Gut geworden. Zu den Hauptleidtragenden des Konflikts zählen vor allem Frauen und Mädchen, zumal es für sie kaum Schutz, Sicherheit oder zuverlässige Anlaufstellen gibt. Seit 2012 arbeitet AMICA e.V. mit zwei lokalen Partnerorganisationen im Land daran, diese Lücke zu schließen und Frauen auf der politischen sowie gesellschaftlichen Ebene mehr Gewicht zu verliehen. Das neue Projekt wird durch die SKala-Initiative gefördert.

 

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Libysche Psychologin auf dem AMICA-Fachtag in Freiburg 2018. Foto: Yasemin aus dem Kahmen, Minz&Kunz Photography.

Warum wir uns einsetzen – Anhaltender Konflikt, anhaltende Gewalt gegen Frauen

Gewalt ist für viele Libyerinnen eine alltägliche Erfahrung – auch innerhalb ihrer eigenen Familie. Die Verzweiflung über den anhaltenden Konflikt und die schwindenden Chancen auf Stabilisierung und Frieden verschärfen die Situation zusehends. Gleichzeitig unterliegt das Thema Gewalt starken Tabus. Vor allem Frauen aus bildungsfernen Familien haben kaum die Möglichkeiten, sich über ihre Rechte zu informieren und angemessen Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die instabile Sicherheitslage gefährdet zusehends auch die Zukunftschancen von Frauen und schränkt ihre Möglichkeiten ein, sich selbst für Frieden, Gleichberechtigung und Demokratie einzusetzen –  obwohl viele bereits seit der Revolution aktiv und öffentlich für einen gesellschaftlichen Wandel eintreten.

Was wir tun – Stärkung von Mädchen und Frauen und gesellschaftlicher Wandel

Seit 2012 unterstützt AMICA e.V. zwei lokale Frauenorganisationen dabei, diese vielen Herausforderungen zu bewältigen und Schutzräume für Frauen und Mädchen aufzubauen.

In zwei Beratungszentren in Tripolis und Bengasi können sich Betroffene Sozialarbeiterinnen und Rechtsanwältinnen anvertrauen, Sitzungen bei Psychologinnen in Anspruch nehmen und sich bei Bedarf an weitere Fachstellen und Kliniken verweisen lassen. Der Schlüssel zum Erfolg: die Verbindung individueller Beratungsleistungen mit beruflicher Aus- und Weiterbildung. In den Zentren werden auch innovative Ansätze – z.B. ein Handy-Reparaturkurse für Frauen – umgesetzt und eröffnen neue Perspektiven. Dies trägt zur Akzeptanz der Beratungsstellen unter der lokalen Bevölkerung bei, sodass viele Frauen mit Zustimmung ihrer Familien in einer sicheren Umgebung betreut werden können. Gleichzeitig ist ein Bewusstseinswandel in der libyschen Gesellschaft dringend notwendig, um die Tabuisierung von Gewalt gegen Frauen aufzubrechen. Diesen Prozess werden wir durch Sensibilisierungsmaßnahmen und Kampagnen weiterhin anstoßen.

 

Was wir erreichen – Stabile Partnerinnen und Netzwerke für eine friedliche Zukunft

In Tripolis und Bengasi setzen wir den Ausbau unserer beiden Beratungszentren fort. Mindestens 1.500 Frauen erhalten Zugang zu den Angeboten. Gleichzeitig gehen unsere Partnerinnen aber auch auf Personen in Schlüsselfunktionen zu – etwa Schulsozialarbeiter*innen, Lehrer*innen und medizinisches Personal – und bilden diese in Themenbereichen wie Gewaltprävention, De-Radikalisierung und Stärkung von betroffenen Frauen und Mädchen weiter, sodass sie schließlich eigenständig Aktivitäten durchführen können. Besonders wichtig ist es, unsere Partnerorganisationen in ihrer Entwicklung nachhaltig zu unterstützen, da auch sie unmittelbar unter der schwierigen Lage in Libyen leiden. Durch die Förderung erhalten schließlich auch wir als AMICA e.V. die Möglichkeit, uns strategisch besser aufstellen und uns in Zukunft noch wirkungsvoller für die Belange von Frauen und Mädchen in Krisenregionen einzusetzen.Logo_Skala_Claim_RGB.png

Das  Projekt wird durch die SKala-Initiative gefördert, eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion & Teilhabe, Engagement & Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Generationen sowie Vergessene Krisen. Unterstützt werden ausschließlich Organisationen, die gegenüber PHINEO eine große soziale Wirkung nachgewiesen haben.

Weiter zu unseren Projekten in Bosnien-Herzegowina

 

Helfen Sie mit

Bereits 50 € sichern den Rechtsbeistand, 80 € die Weiterbildung und 150 € die psychologische Betreuung für eine Frau im Krisengebiet:

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